Internationales
Beschlüsse des Studierendenparlaments zum Themenbereich "Internationales".
- Die Erarbeitung einer Stellungnahme zu der gegenwärtigen Entwicklung und Lage der Menschenrechte im Nahen Osten unter Mitwirkung von Wissenschaftler*innen der HU.
- Die Einrichtung eines offenen Forums für betroffene Studierende, um einen Ort des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung zu schaffen.
- Mit der Umsetzung wird das Referat für Antirassismus beauftragt
Das Studierendenparlament erklärt sich solidarisch mit der studentischen Besetzung der Alice
Salomon-Hochschule und verurteilt das Vorgehen der Polizei sowie die Hetze in Politik und Medien
gegen die Besetzung. Gleichzeitig positioniert es sich gegen Islamismus, Antisemitismus und Rassismus, sowie die Relativierung dieser Ideologien im öffentlichen Diskurs.
Am 6. Januar besetzten Studierende der Alice-Salomon-Hochschule das Audimax, um gegen den
andauernden Völkermord im Gazastreifen und die Waffenlieferungen Deutschlands an Israel zu
protestieren. Obwohl die rund 50 Studierenden die Auflage akzeptierten, nachts die Hochschule zu
verlassen und dies auch friedlich taten, waren sie mit einem massiven Polizeiaufgebot konfrontiert.
Sechs Studierende wurden ohne Grund brutal festgenommen und Strafermittlungsverfahren gegen
sie eingeleitet. Auch die Unileitung selbst hat mittlerweile 13 Strafanzeigen gestellt.
Gleichzeitig war die Besetzung begleitet von einer aggressiven Hetzkampagne in Politik und
Medien. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) diffamierte die Besetzer als
„vermummte und gewalttätige Antisemiten“ und in Zeitungsberichten wurden sie als
„Terrorunterstützer“ bezeichnet. Vereinzelte Sympathien für die Hamas, geäußert durch " Hamas Habibi " Postkarten, verurteilen wir aufs Schärfste. Die generalisierenden Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Besetzung halten wir jedoch für falsch und gefährlich.
Bereits die Besetzungen und Proteste an der Freien Universität und Humboldt-Universität im
vergangenen Jahr wurden durch Polizeigewalt unterdrückt.
Polizei hat auf dem Campus nichts verloren und wird völlig zurecht als Bedrohung für die
Meinungsfreiheit an den Universitäten empfunden. Gerade angesichts der deutschen Geschichte
wenden wir uns entschieden gegen die staatliche Repression der Antikriegsopposition an den
Universitäten und rufen alle Kommilitoninnen und Kommilitonen auf, die Studierenden der ASH
und weitere Proteste gegen den brutalen Genozid an der Bevölkerung in Gaza zu unterstützen!
Das Studierendenparlament verurteilt die geplante Abschiebung von Shane O’Brien, Roberta Murray, Kasia Wlaszczyk und Cooper Longbottom. Die vier Aktivist*innen sollen abgeschoben werden, weil sie sich an pro-palästinensischen Protesten beteiligt haben. Keine*r der vier wurde je für eine Straftat verurteilt, und ein Gerichtsurteil des Berliner Verwaltungsgerichts hat bereits deutlich gemacht, dass das Vorgehen gegen sie jeglicher ernsthaften rechtlichen Grundlage entbehrt.
Der Angriff auf die vier Aktivist*innen ist ein Angriff auf alle kritischen Studierenden. Es wird ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, mit dem die demokratischen Rechte aller Studierenden angegriffen werden und versucht wird, die Methoden Trumps auch in Deutschland einzuführen.
Die geplante Abschiebung der vier reiht sich ein in massive Angriffe auf studentische Anti-Genozid-Aktivist*innen weltweit: In den USA werden Studierende, wie Mohsen Mahdawi, Mahmoud Khalil und Rümeysa Öztürk rechtswidrig verhaftet und sollen wegen ihrer politischen Ansichten abgeschoben werden. Andere Studierende, wie Momodou Taal, sind gezwungen, das Land zu verlassen, um einem ähnlichen Schicksal zu entgehen.
Im Vereinigten Königreich wurde jüngst eine Studentin der SOAS-Universität aufgrund ihres palästinensischen Aktivismus nach dem Terrorismusgesetz angeklagt, ein weiterer wurde verhaftet. Ihnen drohen bis zu 14 Jahre Haft. Viele weitere wurden wegen ihres Aktivismus untersucht, suspendiert und des Landes verwiesen – laut der Menschenrechtsorganisation Liberty weit über 100.
Das Studierendenparlament erklärt sich auch solidarisch mit den von Repressionen betroffenen Studierenden im Vereinigten Königreich, in den USA und weltweit.
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Das Studierendenparlament verurteilt die anhaltenden Repressionen gegen palästinasolidarische Studierende an der Humboldt Universität, in Berlin, in Deutschland sowie international, insbesondere auch in den USA.
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Das Studierendenparlament tritt entschlossen gegen jede Form von Hass, Hetze und Spaltung und wendet sich gegen das Ausspielen von Menschengruppen gegeneinander, gegen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus gleichermaßen.
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Eine kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus innerhalb von palästinasolidarischen Gruppen ist wünschenswert und notwendig; eine solche Auseinandersetzung fundamental entgegen steht die Forderung nach mehr Polizei (-gewalt) und staatlichen Eingriffen in Universitäten.
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Dass Studierende an der Humboldt Universität staatlicher Gewalt ausgesetzt sind, verurteilt das Studierendenparlament ausdrücklich und fordert insbesondere das Präsidium der HU dazu auf, keine Polizeigewalt mehr auf dem Campus zuzulassen.
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Wir fordern eine sofortige Waffenruhe in Gaza, den ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe sowie den Stopp aller Waffen- und Rüstungsexporte an Israel. Wir verurteilen zudem die umfassende militärische Aufrüstung in Deutschland, die mit einer gefährlichen Militarisierung der Hochschulen einhergeht.
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Zugleich fordert das Studierendenparlament vom Präsidium der Humboldt-Universität, sich diesem Aufruf anzuschließen – für eine klare Haltung gegen Genozid und Apartheid, und für eine Universität, die sich als Raum für kritisches Denken, Meinungsfreiheit und Mitmenschlichkeit versteht. Wir fordern das Präsidium auf, die polizeiliche Repression und die Kriminalisierung von friedlich protestierenden Studierenden zu beenden. Hochschulautonomie ist ein verteidigungswertes Gut, das insbesondere dann seinen Wertgehalt entfaltet, wenn es antidemokratischen Tendenzen in Staat und Gesellschaft ausgesetzt ist.
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Auch fordert das Studierendenparlament der HU die HU dazu auf, zu untersuchen, inwieweit Kooperationen mit Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen bestehen, die an diesem Genozid teilhaben bzw. von den Apartheidstrukturen in Israel und Palästina profitieren. Wird durch solche Kooperationen der Genozid unterstützt, müssen diese Kooperationen beendet werden. Forschung muss dem Frieden dienen.
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Mit der Umsetzung des Beschlusses wird der RefRat beauftragt.
- Das Studierendenparlament beobachtet vor dem Hintergrund der verschärf
ten völkerrechtswidrigen Blockade durch die Vereinigten Staaten und der wie
derholten Gewaltdrohungen der Vereinigten Staaten mit äußerster Sorge die
Situation in Kuba. Dem Versuch, das auf Kuba ausgelebte Selbstbestimmungsrecht der Völker durch eine Unterjochung unter eine imperialistische Weltordnung auszuhebeln, muss internationale Solidarität entgegengesetzt werden. Vor diesem Hintergrund fordert das Studierendenparlament die Intensivierung von Forschungskooperationen und von studentischen Austauschprogrammen zwischen der Humboldt-Universität sowie der Charité einerseits und den Hochschulen der Republik Kuba andererseits – insbesondere der Universidad de La Habana und der Universidad Central „Marta Abreu“ de Las Villas, mit denen bereits eine regelmäßige bzw. gelegentliche Kooperation besteht, und der Escuela Latinoamericana de Medicina. - Der Referent_innenRat wird damit beauftragt, die Prüfung der Intensivierung
der Kooperation mit kubanischen Hochschulen in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung anzuregen. - Die Studierendenschaft macht sich den in der Anlage abgedruckten offenen
Brief zu eigen. Der Referent_innenRat wird mit der Unterzeichnung des offenen Briefes und seiner Berücksichtigung in der internen und öffentlichen Kommunikation beauftragt.
(1) Feststellung:
Dem Studierendenparlament der HU ist zur Kenntnis gelangt, dass sich alle israelischen Universitäten mit denen die HU kooperiert vielfach direkt oder indirekt am Genozid [1], Besatzung, Apartheid und/oder weiteren Menschenrechtsverletzungen gegen das palästinensische Volk beteiligt haben und beteiligen, etwa durch Rüstungsforschung oder die Ausbildung von IDF-Soldat*innen [2].
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht stellt dies für die HU ausführlich dar.
Deswegen stellt das Studierendenparlament der HU folgende Forderungen an die Humboldt-Universität zu Berlin:
(2) Die Beendigung der institutionellen Zusammenarbeit und Kooperation mit (im oben genannten HU Bericht genannten) israelischen Universitäten.
Dies enthält unter anderem die sofortige Aussetzung von bzw. den Rückzug aus Veranstaltungen, Aktivitäten, Vereinbarungen oder Projekten, an denen israelische akademische oder andere staatliche Einrichtungen beteiligt sind oder die auf andere Art und Weise die Normalisierung [3] von Israels Genozid, illegaler Besatzung und Apartheid im globalen akademischen Bereich fördern, Israels Verstöße gegen das Völkerrecht verschleiern und die Rechte der Palästinenser*innen verletzen. Den weiteren Maßstab der Forderung bilden die Richtlinien nach PACBI [4].
Eine nicht-institutionelle Zusammenarbeit soll nur dann stattfinden, wenn ausgeschlossen ist, dass die Kooperationspartner*innen an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind. Die Zusammenarbeit mit (kritischen) Wissenschaftler*innen und Studierenden, die diese Voraussetzung erfüllen, soll ausdrücklich möglich bleiben.
Partnerunis der HU machen vor, wie eine (teilweise) Umsetzung aussehen kann. Wir fordern die HU auf, sich an ihren Partnern wie der Univerza v Ljubljani [5], der Université Libre de Bruxelles [6], der Universiteit Antwerpen [7] und Weiteren ein Beispiel zu nehmen.
(3) Das Studierendenparlament der HU fordert die Universitätsleitung zudem auf, umfassend darüber aufzuklären, welche Kooperationen (Kooperationsvereinbarungen, Austauschprogramme, Konferenzen, Symposien, Workshops, Ausstellungen, Finanzierung akademischer Projekte. etc.) der HU und ihrer Gliederungen mit israelischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, der israelischen Regierung und anderen Institutionen bestehen.
Weiter fordert das Studierendenparlament die Universitätsleitung auf, umfassend zu untersuchen, inwieweit derartige Kooperationen mit Menschenrechtsverletzungen und mit der Beteiligung an Völkermord oder Apartheid verbunden sind und inwieweit die Kooperationspartner*innen an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen den Mitgliedern des Akademischen Senats, des Studierendenparlaments und der Hochschulöffentlichkeit vorgelegt werden.
(4) Das Studierendenparlament der HU fordert den Akademischen Senat und Konzil auf, im Wege einer Satzung oder durch Verfassungsänderung die Forschung zu militärischen Zwecken auszuschließen und die Universität zu ausschließlich friedlichen und nicht-militärischen Zielen zu verpflichten (Zivilklausel). Über Forschungsprojekte, die für einen Verstoß gegen diese Zivilklausel anfällig sind, soll eine Ethikkommission entscheiden. Forschung muss dem Frieden dienen.
(5) Das Studierendenparlament der HU fordert die Aufnahme und den Ausbau von Kooperationen und Partnerschaften mit palästinensischen und libanesischen Universitäten.
(6) Das Studierendenparlament der HU fordert die HU zur Aufnahme von Studierenden aus Palästina und dem Libanon auf, die Opfer von Vertreibung, Krieg und Gewalt geworden sind; Dazu soll sich die HU für die Einführung eines Stipendienprogramms für Studierende aus Palästina und dem Libanon einsetzen.
(7) Das Studierendenparlament der HU fordert die HU, insbesondere die Universitätsleitung auf, die Mitschuld israelischer Universitäten an Genozid, Apartheid und Menschenrechtsverletzungen (durch ideologische und materielle Unterstützung) und die eigene Mitverantwortung durch Schweigen, Repression, Normalisierung und Kooperationen mit den Mittätern anzuerkennen.
weitere Stellungnahmen und Aufforderungen:
(8) Das Studierendenparlament der HU bestärkt seinen Beschluss SP-32/54 „Gegen Krieg. Gegen Genozid. Gegen Rassismus und Antisemitismus“ und verurteilt den anhaltenden Genozid gegen das palästinensische Volk, die ethnische Säuberung im Westjordanland und Ostjerusalem, das Apartheidsystem in Israel und die Entrechtung von Palästinenser*innen, sowie Israels fortwährende Brüche der Waffenstillstände in Gaza und im Libanon und die Besatzung des Libanons.
Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen, den Studierenden, die dem Scholasticide [9] ausgesetzt sind, sowie den Berliner Studierenden mit Familie, Freund*innen und Verbindungen nach Palästina und den Libanon. Wir gedenken des und trauern um den Berliner Studenten Akel D.
(9) Das Studierendenparlament der HU schließt sich der internationalen Aufforderung nach ‘Boycott, Divestment, and Sanctions’ (zu Deutsch ‘Boykott, Desinvestition, und Sanktionen’), im Folgenden ‘BDS’ an. Es erkennt an, dass die BDS-Bewegung (und die damit verbundene PACBI-Kampagne) eine völkerrechtskonforme, legitime und geschützte Form des politischen Protests ist, mittels der die palästinensische und internationale Zivilgesellschaften für die Anerkennung der Grundrechte der Palästinenser*innen im israelischen Staatsgebiet, für den sofortigen Rückzug Israels aus allen illegal besetzen Gebieten, sowie das von internationalem Recht vorgesehene Rückkehrrecht für palästinensische Geflüchtete gem. UN Resolution 194 eintreten [9]. Die Aufforderung nach BDS ist dementsprechend eine friedliche Form des Widerstandes gegenüber den Institutionen und Unternehmen, die von der Aufrechterhaltung des Apartheidssystems, der Besatzung und des Genozids profitieren. Diese Forderung ist nicht antisemitisch [10].
Insbesondere spricht sich das Studierendenparlament der HU für die Umsetzung der PACBI-Richtlinien aus.
(10) Das Studierendenparlament der HU strebt eine BDS- und PABCI-konforme studentische Selbstverwaltung an. Es sollen keine Ressourcen der studentischen Selbstverwaltung für Zwecke aufgewendet werden, die den PACBI-Richtlinien entgegenstehen (Beispielsweise für Veranstaltungen mit israelischen staatlichen Institutionen oder Hochschulen). Der Rahmen von (2) Absatz 2 soll auch hier gelten.
Zur Prüfung der praktischen Umsetzung dieser Kriterien richtet das Studierendenparlament der HU eine Gruppe, beispielsweise ein Komitee oder eine StuPa-AG ein. Diese ist beauftragt bis zur nächsten Sitzung des Studierendenparlaments im Wintersemester 2026/27 in Absprache mit dem RefRat Richtlinien zu erarbeiten, wie die Umsetzung der genannten Kriterien sinnvoll, bürokratiearm und rechtssicher gestaltet werden kann. Sie soll dazu bis zur genannten Sitzung eine StuPa-Antragsvorlage formulieren, über die dann potentiell abgestimmt werden kann.
Das Studierendenparlament der HU beschließt und weist den RefRat an, dass studentischen Gruppen, Initiativen, Fachschaften, Fachschaftsinitiativen sowie sonstigen Mitgliedern der Studierendenschaft der HU aufgrund ihrer Unterstützung der BDS- oder PACBI-Kampagne keine finanziellen, materiellen oder administrativen Nachteile durch die Organe der studentischen Selbstverwaltung entstehen dürfen.
(11) Das Präsidium des Studierendenparlaments wird aufgefordert, die Übermittlung dieses Beschlusses zu Ziff. (1)-(3), sowie (5)-(7) an die Universitätsleitung und die Mitglieder des Akademischen Senates zu veranlassen.
(12) Der Referent_innenRat wird aufgefordert,
a) einen Antrag im Sinne der Ziff. (2) im Akademischen Senat einzureichen,
b) eine offizielle Anfrage nach Informationen und Daten zu den Kooperationen der HU mit israelischen Universitäten und deren Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen im Sinne der Ziff. (3) mit einer angemessenen Frist an die Universitätsleitung zu stellen.
c) den unter [2] genannten Bericht zur HU allen Studierenden der HU per E-Mail zu übersenden.