Humboldt-Universität zu Berlin - StudentInnenparlament

Internationales

Beschlüsse des Studierendenparlaments zum Themenbereich "Internationales".

 

Beschluss SP-28/06 Soli mit Belarus
Das StuPa spricht seine Solidarität mit den aktuell von Repressionen betroffenen, belarussischen Student*innen aus, die sich für eine Demokratisierung des Landes zu Gunsten sozialer Gerechtigkeit einsetzen. Es fordert die Respektierung der Universitäten als unabhängige Räume der Forschung und Lehre. Das Studierendenparlament fordert das Präsidium der HU auf, diese Unabhängigkeit auch an der Humboldt- Universität zu gewährleisten und jegliche Zusammenarbeit mit Repressionsbehörden (etwa in Form von Polizeieinsätzen oder Anzeigen gegen Studierende) einzustellen. Unter der Voraussetzung die Freiheit von Forschung und Lehre, von Studierenden und Angehörigen der Universität auf diese Weise zu schützen, wird das Präsidium der HumboldtUniversität aufgefordert im Rahmen seiner Möglichkeiten ein Zeichen zu setzen und unbürokratische Unterstützung anzubieten. Dies soll in Form einer zur Verfügungstellung von mindestens 20 Studienplätzen (fakultätsübergreifend) für o.g. Student*innen geschehen. Diese Plätze sollten zudem mit einer Zugangserleichterung bei den Sprachanforderungen (B1 Niveau ausreichend) ausgestattet sein. Eine Koordination mit dem Berliner Senat kann dies erleichtern und den Weg für ähnliche Programme an den anderen Berliner Universitäten frei machen
Beschluss SP-28/07 Universitätsgesetz 
1. Das Studierendenparlament beschließt:
Resolution: Solidarität mit den österreichischen Studierenden – nein zum geplanten Universitätsgesetz!
Eine Woche, nachdem die Grünen-nahe GRAS und die ÖVP-nahe Aktionsgemeinschaft in der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) eine Koalition bildeten, nachdem die bisherige linke Koalition aus VSStÖ, GRAS und FLÖ an dem Unwillen der GRAS, Kritik der ÖH an der Regierung zu dulden, zerbrochen war, hat die türkis-grüne
österreichische Bundesregierung eine Novellierung des Universitätsgesetzes (UG) vorgestellt. Dabei ist u. a. geplant:
- Einführung einer Mindestleistung von 16 ECTS pro Jahr. Bei Nichterreichen droht die sofortige Exmatrikulation, sowie eine lebenslange Sperre für das Studium an dieser Universität.
- Abschaffung der Nachfrist: Wird das Studium nicht vor Semesterstart nicht fortgemeldet, erlischt künftig die Zulassung.
- Cooling-Off-Phase der Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) wird abgeschafft: Wird die STEOP im ersten Jahr nicht bestanden, kann dasselbe Studium nicht weiter studiert werden.
- Reduzierung der anzubietenden Prüfungstermine von derzeit drei auf lediglich zwei.
- Das Rektorat erhält Richtlinienkompetenzen in Curricula und damit in den Studienkommissionen: Angriff auf die Freiheit der Lehre.
- Vereinfachte Wiederwahl vom Rektorat: Der Einfluss des Ministeriums auf Rektorate wird dadurch noch einmal erhöht.
- Learning-Agreement-Verträge: Unis sollen künftig mit Studierenden privatrechtliche Verträge abschließen und sie so zu Leistungen privatrechtlich verpflichten können.
Die geplante Universitätsgesetznovelle stellt nach der Wiedereinführung der Studiengebühren einen weiteren Angriff auf die Studierenden, die Hochschuldemokratie und -autonomie sowie die Freiheit der Lehre dar. Faktisch hat die UG-Novelle zum Ziel, das Studium weiter zu elitarisieren und Studierenden ohne reiche Eltern das Studium erheblich zu erschweren. Das Studium wird noch mehr, als es bereits ist, im Sinne kapitalistischer Verwertungslogik umgeformt, das selbstbestimmte, kritische Befassen mit gesellschaftlichen Zusammenhängen wird systematisch verhindert, stattdessen sollen Studierende in Höchstgeschwindigkeit zur Verwertung im Betrieb geformt werden, und wer dazu nicht in der geforderten Geschwindigkeit in der Lage ist, sei es, weil sie:er wegen Zwangs zur Lohnarbeit, aus gesundheitlichen Gründen oder aus anderen Gründen dazu nicht in der Lage ist, fliegt raus. 
Die Studierendenschaft der HU verurteilt die geplanten Angriffe auf die Studierenden in Österreich und solidarisiert sich mit den von der Universitätsgesetznovelle betroffenen Studierenden in Österreich. In Anbetracht der zahlreichen studierendenfeindlichen Wissenschaftsministerien bzw. -senatsverwaltungen stellt die Studierendenschaft der HU mit Erschrecken, aber nicht überrascht fest, dass eine Übertragung der derzeit in Österreich erprobten Konzepte auf weitere Hochschulen nicht unrealistisch ist. Das Studierendenparlament der HU ruft alle Studierenden dazu auf wachsam zu bleiben und sich derartigen Entwicklungen entschlossen entgegenzustellen.
Beschluss SP-30/04 Kein Platz für Antisemit*innen im RefRat! - Einordnung zur Plattform 'Klasse gegen Klasse'
Das Studierendenparlament der HU hat 2018 in einem Beschluss die BDS-Bewegung als antisemitisch verurteilt und BDS-Unterstützer*innen für unerwünscht in Strukturen der studentischen Selbstverwaltung erklärt. Wir erneuern unseren damaligen Beschluss und weisen gesondert darauf hin, dass auch die Vergabe von Geldern an BDS-nahe Organisationen auf das Schärfste zu verurteilen ist. Darüber hinaus ist für uns klar: Eine Tätigkeit bei „Klasse gegen Klasse“ ist nicht vereinbar mit einem Amt im Referent_innenrat der HU Berlin. Personen, die sich mit „Klasse gegen Klasse“ identifizieren, sind in den Gremien der studentischen Selbstverwaltung unerwünscht. Das Studierendenparlament verurteilt jeglichen Antisemitismus auf das Schärfste und kämpft weiterhin für eine Hochschule und Gesellschaft ohne Antisemitismus. „Klasse gegen Klasse“ (KgK) ist eine Onlineplattform, auf der Texte zu verschiedenen politischen Themen veröffentlicht werden. Dabei geht es vorgeblich um eine „revolutionäre“ und trotzkistische Einordnung aktueller gesellschaftlicher Debatten, es werden aber regelmäßig auch zutiefst antisemitische Texte publiziert. Insbesondere israelbezogener Antisemitismus ist häufig Inhalt von Texten und kann als Grundüberzeugung der KgK-Autor*innen verstanden werden. In einem KgK-Artikel von 2017 mit dem Titel „Warum wir die Niederlage Israels und den Sieg des palästinensischen Volkes unterstützen“ heißt es beispielsweise: „Die einzige wahre und mögliche Lösung, die ein friedliches und geschwisterliches Zusammenleben von Palästinenser*innen und Juden und Jüdinnen ermöglicht, besteht darin, den zionistischen und proimperalistischen Staat Israels auf der Grundlage eines gemeinsamen Kampfes bis auf die Grundmauern zu zerstören.“ Auch in aktuelleren Texten äußern sich „Klasse gegen Klasse“-Redakteur*innen antisemitisch oder treten als Unterstützer*innen von BDS auf. „Klasse gegen Klasse“ hat in letzter Zeit bspw. an der FU und anderen Berliner Hochschulen vergeblich versucht, Positionen in der studentischen Selbstverwaltung einzunehmen und somit vereinfachten Zugang zu Räumlichkeiten, Geldern etc. zu erhalten. Der AStA der TU hat sich am 3. Mai sehr klar gegen „Klasse gegen Klasse“ und Antisemitismus positioniert und die Problematiken und Ziele der Plattform offen gelegt. Es ist dringend notwendig, dass auch die Verfasste Studierendenschaft der HU keinen Zweifel daran lässt, dass Antisemit*innen in ihren Strukturen keinen Platz haben. Das Studierendenparlament ermutigt jüdische Studierende an der HU, sich selbst zu organisieren, und beauftragt die handelnden Organe, insbesondere den Referent_innenRat, Unterstützungsersuchen im Rahmen der Selbstorganisation jüdischer Studierender zu unterstützen, hierbei ausdrücklich bei der Organisation von Räumen an der Uni sowie auch bei der Finanzierung zu unterstützen.
Beschluss SP-31/14 Historische Verantwortung ernstnehmen
Vor dem Hintergrund des terroristischen Angriffs der Hamas auf Israel und der Eskalation der Gewalt in Israel und Palästina drückt die Studierendenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin ihr tiefes Mitgefühl mit den betroffenen israelischen und palästinensischen Kommiliton*innen und ihren Angehörigen aus.
Der Krieg in Israel und Palästina hat auch Konsequenzen an der Humboldt-Universität. Oft genug sind wir im universitären Kontext mit antisemitischen und rassistischen Positionen konfrontiert. Aus der historischen Verantwortung der Studierendenschaft der HU, umso mehr aber vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse sehen wir uns in der Pflicht, Solidarität mit den jüdischen und palästinensischen Studierenden einzufordern! 
Die aktuelle gesellschaftliche Polarisierung auf Kosten der Betroffenen führt zu stark vermehrtem Antisemitismus und anti-palästinensischem und anti-muslimischem Rassismus – auch hier am Campus. Nur durch einen solidarischen Umgang untereinander können wir gemeinsam für einen diskriminierungsfreien Campus sorgen!
Dazu gehört auch: Sei es bei Übergriffen auf jüdische Schüler*innen in Schulen, antisemitische Diskurse in Hochschulen, Brandanschläge auf Synagogen oder antisemitische Parolen auf Demonstrationen: Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wir nehmen zudem mit großer Sorge das Aufflammen rassistischer Stimmungsmache seit einigen Wochen in Deutschland war – durch einen Diskurs, der zunehmend das Asylrecht in Frage stellt, pauschale Demonstrationsverbote rechtfertigt, strukturelle Probleme in fälschlicher, rassistischer Weise auf migrantische Communities verschiebt und von „importiertem Antisemitismus“ redet. Die Studierendenschaft tritt Antisemitismus und Rassismus deutlich entgegen!
Wir rufen alle dazu auf, klare Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus zu setzen. Vor diesem Hintergrund fordern wir von der Universität:
• Die HU muss ihre proaktiven Unterstützungsangebote für ihre israelischen Mitglieder auf alle von der Gewalteskalation betroffenen Studierenden und Forschenden ausweiten und die Unterstützungsangebote bekannter machen. Hierbei darf sie nicht zwischen Betroffenen selektieren. Eine einseitige Solidarisierung würde den palästinensischen Studierenden kommunizieren, dass die HU keine sichere Anlaufstelle für sie ist.
• Die HU muss die Sicherheit für israelische, jüdische, palästinensische und alle anderen von der Gewalteskalation betroffenen Studierenden gewährleisten.
• Prüfungsfristen müssen verlängert und es müssen angemessene und unkomplizierte Nachteilsausgleiche realisiert werden. Für die Dauer des Krieges müssen für betroffene Studierende Ausnahmeregelungen geschaffen werden.
• Unabhängige psychologische Unterstützungsangebote. Diese müssen allen offenstehen und für die unterschiedlichen Betroffenheiten der Studierenden sensibilisiert sein.
• Die Universität muss gewährleisten, dass alle von der Gewalt betroffenen Studierenden Räume des Austausches und der Trauer offenstehen.
• Gegen Rassismus auf dem Campus: Die Universität muss aktiv gegen rassistische Pauschalisierungen gegenüber palästinensischen, muslimischen und muslimisch gelesenen Menschen vorgehen. 
• Gegen Antisemitismus auf dem Campus: Die HU muss angesichts des aktuell erstarkenden Antisemitismus, Maßnahmen in Form von Sensibilisierung zu dem Thema und Support für ihre jüdischen Mitglieder ergreifen.
Jüdisches Leben muss sicher und sichtbar sein können.
  1. Die Erarbeitung einer Stellungnahme zu der gegenwärtigen Entwicklung und Lage der Menschenrechte im Nahen Osten unter Mitwirkung von Wissenschaftler*innen der HU.
  2. Die Einrichtung eines offenen Forums für betroffene Studierende, um einen Ort des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung zu schaffen.
  3. Mit der Umsetzung wird das Referat für Antirassismus beauftragt
Beschluss SP-32/23 ASH Besetzung

Das Studierendenparlament erklärt sich solidarisch mit der studentischen Besetzung der Alice
Salomon-Hochschule und verurteilt das Vorgehen der Polizei sowie die Hetze in Politik und Medien 
gegen die Besetzung. Gleichzeitig positioniert es sich gegen Islamismus, Antisemitismus und Rassismus, sowie die Relativierung dieser Ideologien im öffentlichen Diskurs. 

Am 6. Januar besetzten Studierende der Alice-Salomon-Hochschule das Audimax, um gegen den 
andauernden Völkermord im Gazastreifen und die Waffenlieferungen Deutschlands an Israel zu 
protestieren. Obwohl die rund 50 Studierenden die Auflage akzeptierten, nachts die Hochschule zu 
verlassen und dies auch friedlich taten, waren sie mit einem massiven Polizeiaufgebot konfrontiert. 
Sechs Studierende wurden ohne Grund brutal festgenommen und Strafermittlungsverfahren gegen 
sie eingeleitet. Auch die Unileitung selbst hat mittlerweile 13 Strafanzeigen gestellt. 

Gleichzeitig war die Besetzung begleitet von einer aggressiven Hetzkampagne in Politik und 
Medien. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) diffamierte die Besetzer als 
„vermummte und gewalttätige Antisemiten“ und in Zeitungsberichten wurden sie als 
„Terrorunterstützer“ bezeichnet. Vereinzelte Sympathien für die Hamas, geäußert durch " Hamas Habibi " Postkarten, verurteilen wir aufs Schärfste. Die generalisierenden Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Besetzung halten wir jedoch für falsch und gefährlich.

 Bereits die Besetzungen und Proteste an der Freien Universität und Humboldt-Universität im 
vergangenen Jahr wurden durch Polizeigewalt unterdrückt.

Polizei hat auf dem Campus nichts verloren und wird völlig zurecht als Bedrohung für die 
Meinungsfreiheit an den Universitäten empfunden. Gerade angesichts der deutschen Geschichte 
wenden wir uns entschieden gegen die staatliche Repression der Antikriegsopposition an den 
Universitäten und rufen alle Kommilitoninnen und Kommilitonen auf, die Studierenden der ASH 
und weitere Proteste gegen den brutalen Genozid an der Bevölkerung in Gaza zu unterstützen!

Das Studierendenparlament verurteilt die geplante Abschiebung von Shane O’Brien, Roberta Murray, Kasia Wlaszczyk und Cooper Longbottom. Die vier Aktivist*innen sollen abgeschoben werden, weil sie sich an pro-palästinensischen Protesten beteiligt haben. Keine*r der vier wurde je für eine Straftat verurteilt, und ein Gerichtsurteil des Berliner Verwaltungsgerichts hat bereits deutlich gemacht, dass das Vorgehen gegen sie jeglicher ernsthaften rechtlichen Grundlage entbehrt.

Der Angriff auf die vier Aktivist*innen ist ein Angriff auf alle kritischen Studierenden. Es wird ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, mit dem die demokratischen Rechte aller Studierenden angegriffen werden und versucht wird, die Methoden Trumps auch in Deutschland einzuführen.

Die geplante Abschiebung der vier reiht sich ein in massive Angriffe auf studentische Anti-Genozid-Aktivist*innen weltweit: In den USA werden Studierende, wie Mohsen Mahdawi, Mahmoud Khalil und Rümeysa Öztürk rechtswidrig verhaftet und sollen wegen ihrer politischen Ansichten abgeschoben werden. Andere Studierende, wie Momodou Taal, sind gezwungen, das  Land zu verlassen, um einem ähnlichen Schicksal zu entgehen.

Im Vereinigten Königreich wurde jüngst eine Studentin der SOAS-Universität aufgrund ihres palästinensischen Aktivismus nach dem Terrorismusgesetz angeklagt, ein weiterer wurde verhaftet. Ihnen drohen bis zu 14 Jahre Haft. Viele weitere wurden wegen ihres Aktivismus untersucht, suspendiert und des Landes verwiesen – laut der Menschenrechtsorganisation Liberty weit über 100.

Das Studierendenparlament erklärt sich auch solidarisch mit den von Repressionen betroffenen Studierenden im Vereinigten Königreich, in den USA und weltweit.

  1. Das Studierendenparlament verurteilt die anhaltenden Repressionen gegen palästinasolidarische Studierende an der Humboldt Universität, in Berlin, in Deutschland sowie international, insbesondere auch in den USA.

  2. Das Studierendenparlament tritt entschlossen gegen jede Form von Hass, Hetze und Spaltung und wendet sich gegen das Ausspielen von Menschengruppen gegeneinander, gegen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus gleichermaßen.

  3. Eine kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus innerhalb von palästinasolidarischen Gruppen ist wünschenswert und notwendig; eine solche Auseinandersetzung fundamental entgegen steht die Forderung nach mehr Polizei (-gewalt) und staatlichen Eingriffen in Universitäten.

  4. Dass Studierende an der Humboldt Universität staatlicher Gewalt ausgesetzt sind, verurteilt das Studierendenparlament ausdrücklich und fordert insbesondere das Präsidium der HU dazu auf, keine Polizeigewalt mehr auf dem Campus zuzulassen.

  5. Wir fordern eine sofortige Waffenruhe in Gaza, den ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe sowie den Stopp aller Waffen- und Rüstungsexporte an Israel. Wir verurteilen zudem die umfassende militärische Aufrüstung in Deutschland, die mit einer gefährlichen Militarisierung der Hochschulen einhergeht.

  6. Zugleich fordert das Studierendenparlament vom Präsidium der Humboldt-Universität, sich diesem Aufruf anzuschließen – für eine klare Haltung gegen Genozid und Apartheid, und für eine Universität, die sich als Raum für kritisches Denken, Meinungsfreiheit und Mitmenschlichkeit versteht. Wir fordern das Präsidium auf, die polizeiliche Repression und die Kriminalisierung von friedlich protestierenden Studierenden zu beenden. Hochschulautonomie ist ein verteidigungswertes Gut, das insbesondere dann seinen Wertgehalt entfaltet, wenn es antidemokratischen Tendenzen in Staat und Gesellschaft ausgesetzt ist.

  7. Auch fordert das Studierendenparlament der HU die HU dazu auf, zu untersuchen, inwieweit Kooperationen mit Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen bestehen, die an diesem Genozid teilhaben bzw. von den Apartheidstrukturen in Israel und Palästina profitieren. Wird durch solche Kooperationen der Genozid unterstützt, müssen diese Kooperationen beendet werden. Forschung muss dem Frieden dienen.

  8. Mit der Umsetzung des Beschlusses wird der RefRat beauftragt.

  1. Das Studierendenparlament beobachtet vor dem Hintergrund der verschärf
    ten völkerrechtswidrigen Blockade durch die Vereinigten Staaten und der wie
    derholten Gewaltdrohungen der Vereinigten Staaten mit äußerster Sorge die 
    Situation in Kuba. Dem Versuch, das auf Kuba ausgelebte Selbstbestimmungsrecht der Völker durch eine Unterjochung unter eine imperialistische Weltordnung auszuhebeln, muss internationale Solidarität entgegengesetzt werden. Vor diesem Hintergrund fordert das Studierendenparlament die Intensivierung von Forschungskooperationen und von studentischen Austauschprogrammen zwischen der Humboldt-Universität sowie der Charité einerseits und den Hochschulen der Republik Kuba andererseits – insbesondere der Universidad de La Habana und der Universidad Central „Marta Abreu“ de Las Villas, mit denen bereits eine regelmäßige bzw. gelegentliche Kooperation besteht, und der Escuela Latinoamericana de Medicina.
  2. Der Referent_innenRat wird damit beauftragt, die Prüfung der Intensivierung 
    der Kooperation mit kubanischen Hochschulen in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung anzuregen.
  3. Die Studierendenschaft macht sich den in der Anlage abgedruckten offenen 
    Brief zu eigen. Der Referent_innenRat wird mit der Unterzeichnung des offenen Briefes und seiner Berücksichtigung in der internen und öffentlichen Kommunikation beauftragt.

(1) Feststellung:

Dem Studierendenparlament der HU ist zur Kenntnis gelangt, dass sich alle israelischen Universitäten mit denen die HU kooperiert vielfach direkt oder indirekt am Genozid [1], Besatzung, Apartheid und/oder weiteren Menschenrechtsverletzungen gegen das palästinensische Volk beteiligt haben und beteiligen, etwa durch Rüstungsforschung oder die Ausbildung von IDF-Soldat*innen [2].

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht stellt dies für die HU ausführlich dar. 

 

 

Deswegen stellt das Studierendenparlament der HU folgende Forderungen an die Humboldt-Universität zu Berlin:

 

(2) Die Beendigung der institutionellen Zusammenarbeit und Kooperation mit (im oben genannten HU Bericht genannten) israelischen Universitäten.

Dies enthält unter anderem die sofortige Aussetzung von bzw. den Rückzug aus Veranstaltungen, Aktivitäten, Vereinbarungen oder Projekten, an denen israelische akademische oder andere staatliche Einrichtungen beteiligt sind oder die auf andere Art und Weise die Normalisierung [3] von Israels Genozid, illegaler Besatzung und Apartheid im globalen akademischen Bereich fördern, Israels Verstöße gegen das Völkerrecht verschleiern und die Rechte der Palästinenser*innen verletzen. Den weiteren Maßstab der Forderung bilden die Richtlinien nach PACBI [4].

 

Eine nicht-institutionelle Zusammenarbeit soll nur dann stattfinden, wenn ausgeschlossen ist, dass die Kooperationspartner*innen an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind. Die Zusammenarbeit mit (kritischen) Wissenschaftler*innen und Studierenden, die diese Voraussetzung erfüllen, soll ausdrücklich möglich bleiben.

 

Partnerunis der HU machen vor, wie eine (teilweise) Umsetzung aussehen kann. Wir fordern die HU auf, sich an ihren Partnern wie der Univerza v Ljubljani [5], der Université Libre de Bruxelles [6], der Universiteit Antwerpen [7] und Weiteren ein Beispiel zu nehmen.

 

(3) Das Studierendenparlament der HU fordert die Universitätsleitung zudem auf, umfassend darüber aufzuklären, welche Kooperationen (Kooperationsvereinbarungen, Austauschprogramme, Konferenzen, Symposien, Workshops, Ausstellungen, Finanzierung akademischer Projekte. etc.) der HU und ihrer Gliederungen mit israelischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, der israelischen Regierung und anderen Institutionen bestehen.

Weiter fordert das Studierendenparlament die Universitätsleitung auf, umfassend zu untersuchen, inwieweit derartige Kooperationen mit Menschenrechtsverletzungen und mit der Beteiligung an Völkermord oder Apartheid verbunden sind und inwieweit die Kooperationspartner*innen an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen den Mitgliedern des Akademischen Senats, des Studierendenparlaments und der Hochschulöffentlichkeit vorgelegt werden.

 

(4) Das Studierendenparlament der HU fordert den Akademischen Senat und Konzil auf, im Wege einer Satzung oder durch Verfassungsänderung die Forschung zu militärischen Zwecken auszuschließen und die Universität zu ausschließlich friedlichen und nicht-militärischen Zielen zu verpflichten (Zivilklausel). Über Forschungsprojekte, die für einen Verstoß gegen diese Zivilklausel anfällig sind, soll eine Ethikkommission entscheiden. Forschung muss dem Frieden dienen.

 

(5) Das Studierendenparlament der HU fordert die Aufnahme und den Ausbau von Kooperationen und Partnerschaften mit palästinensischen und libanesischen Universitäten.

 

(6) Das Studierendenparlament der HU fordert die HU zur Aufnahme von Studierenden aus Palästina und dem Libanon auf, die Opfer von Vertreibung, Krieg und Gewalt geworden sind; Dazu soll sich die HU für die Einführung eines Stipendienprogramms für Studierende aus Palästina und dem Libanon einsetzen.

 

(7) Das Studierendenparlament der HU fordert die HU, insbesondere die Universitätsleitung auf, die Mitschuld israelischer Universitäten an Genozid, Apartheid und Menschenrechtsverletzungen (durch ideologische und materielle Unterstützung) und die eigene Mitverantwortung durch Schweigen, Repression, Normalisierung und Kooperationen mit den Mittätern anzuerkennen.

 

weitere Stellungnahmen und Aufforderungen:

 

(8) Das Studierendenparlament der HU bestärkt seinen Beschluss SP-32/54 „Gegen Krieg. Gegen Genozid. Gegen Rassismus und Antisemitismus“ und verurteilt den anhaltenden Genozid gegen das palästinensische Volk, die ethnische Säuberung im Westjordanland und Ostjerusalem, das Apartheidsystem in Israel und die Entrechtung von Palästinenser*innen, sowie Israels fortwährende Brüche der Waffenstillstände in Gaza und im Libanon und die Besatzung des Libanons.

Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen, den Studierenden, die dem Scholasticide [9] ausgesetzt sind, sowie den Berliner Studierenden mit Familie, Freund*innen und Verbindungen nach Palästina und den Libanon. Wir gedenken des und trauern um den Berliner Studenten Akel D. 

 

(9) Das Studierendenparlament der HU schließt sich der internationalen Aufforderung nach ‘Boycott, Divestment, and Sanctions’ (zu Deutsch ‘Boykott, Desinvestition, und Sanktionen’), im Folgenden ‘BDS’ an. Es erkennt an, dass die BDS-Bewegung (und die damit verbundene PACBI-Kampagne) eine völkerrechtskonforme, legitime und geschützte Form des politischen Protests ist, mittels der die palästinensische und internationale Zivilgesellschaften für die Anerkennung der Grundrechte der Palästinenser*innen im israelischen Staatsgebiet, für den sofortigen Rückzug Israels aus allen illegal besetzen Gebieten, sowie das von internationalem Recht vorgesehene Rückkehrrecht für palästinensische Geflüchtete gem. UN Resolution 194 eintreten [9]. Die Aufforderung nach BDS ist dementsprechend eine friedliche Form des Widerstandes gegenüber den Institutionen und Unternehmen, die von der Aufrechterhaltung des Apartheidssystems, der Besatzung und des Genozids profitieren. Diese Forderung ist nicht antisemitisch [10].

Insbesondere spricht sich das Studierendenparlament der HU für die Umsetzung der PACBI-Richtlinien aus.

 

(10) Das Studierendenparlament der HU strebt eine BDS- und PABCI-konforme studentische Selbstverwaltung an. Es sollen keine Ressourcen der studentischen Selbstverwaltung für Zwecke aufgewendet werden, die den PACBI-Richtlinien entgegenstehen (Beispielsweise für Veranstaltungen mit israelischen staatlichen Institutionen oder Hochschulen). Der Rahmen von (2) Absatz 2 soll auch hier gelten. 

Zur Prüfung der praktischen Umsetzung dieser Kriterien richtet das Studierendenparlament der HU eine Gruppe, beispielsweise ein Komitee oder eine StuPa-AG ein. Diese ist beauftragt bis zur nächsten Sitzung des Studierendenparlaments im Wintersemester 2026/27 in Absprache mit dem RefRat Richtlinien zu erarbeiten, wie die Umsetzung der genannten Kriterien sinnvoll, bürokratiearm und rechtssicher gestaltet werden kann. Sie soll dazu bis zur genannten Sitzung eine StuPa-Antragsvorlage formulieren, über die dann potentiell abgestimmt werden kann.

 

Das Studierendenparlament der HU beschließt und weist den RefRat an, dass studentischen Gruppen, Initiativen, Fachschaften, Fachschaftsinitiativen sowie sonstigen Mitgliedern der Studierendenschaft der HU aufgrund ihrer Unterstützung der BDS- oder PACBI-Kampagne keine finanziellen, materiellen oder administrativen Nachteile durch die Organe der studentischen Selbstverwaltung entstehen dürfen.

 

(11) Das Präsidium des Studierendenparlaments wird aufgefordert, die Übermittlung dieses Beschlusses zu Ziff. (1)-(3), sowie (5)-(7) an die Universitätsleitung und die Mitglieder des Akademischen Senates zu veranlassen.

 

(12) Der Referent_innenRat wird aufgefordert,

a) einen Antrag im Sinne der Ziff. (2) im Akademischen Senat einzureichen,

b) eine offizielle Anfrage nach Informationen und Daten zu den Kooperationen der HU mit israelischen Universitäten und deren Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen im Sinne der Ziff. (3) mit einer angemessenen Frist an die Universitätsleitung zu stellen.

c) den unter [2] genannten Bericht zur HU allen Studierenden der HU per E-Mail zu übersenden.